Betreuerinnen und Betreuer, die in Deutschland arbeiten, verdienen in Euro – doch ein großer Teil dieses Geldes landet früher oder später im Haushaltsbudget in der Ukraine: für Miete, Kinder, Eltern, einen laufenden Kredit. Die Art und Weise, wie das Geld überwiesen wird, kann pro Jahr einige, manchmal sogar mehrere Prozent der überwiesenen Summe kosten – obwohl die Werbung fast jeden Dienst als „kostenlos" bewirbt. Wir zeigen, was die tatsächlichen Kosten einer Überweisung bestimmt und welche Lösung zu welcher Situation passt.
Drei Faktoren, die wirklich über die Kosten entscheiden
Die beworbene „Gebühr 0 EUR" ist meist nur ein Teil der Rechnung. Die tatsächlichen Kosten einer Überweisung setzen sich aus drei Elementen zusammen: der offen ausgewiesenen Gebühr (manchmal tatsächlich null), dem Wechselkurs von Euro zu Hrywnja (Banken und manche Apps verwenden einen eigenen, schlechteren Kurs als den Marktkurs – das ist meist die versteckte Kostenquelle) sowie der Ausführungszeit (Sofortüberweisungen sind oft teurer als solche, die ein bis zwei Tage dauern). Bevor Sie sich für eine Methode entscheiden, lohnt es sich auszurechnen, wie viel Hrywnja tatsächlich beim Empfänger ankommt – nicht nur die Höhe der Gebühr zu prüfen.
Banküberweisung (SEPA / Auslandsüberweisung)
Eine klassische Überweisung vom deutschen oder polnischen Konto auf ein ukrainisches Bankkonto ist die „offiziellste" Lösung – sicher, reguliert, mit vollständiger Transaktionshistorie, die zum Beispiel bei Rückfragen einer Behörde zur Einkommensquelle nützlich sein kann. Der Nachteil ist meist der schlechteste Wechselkurs unter allen Optionen sowie die Dauer: Eine SWIFT-Überweisung an eine ukrainische Bank kann ein bis drei Werktage dauern, manchmal mit einer zusätzlichen Gebühr der Zwischenbank, die vorher nicht sichtbar ist.
Internationale Überweisungs-Apps
Wise, Revolut und ähnliche Fintech-Dienste bieten meist einen Kurs nahe am Marktkurs und zeigen die Gebühr transparent an, bevor Sie die Überweisung bestätigen – Sie sehen den genauen Betrag, der beim Empfänger ankommt, bevor Sie auf „Senden" klicken. Das Geld erreicht das ukrainische Konto meist innerhalb weniger Stunden, manchmal schneller. Voraussetzung: Sie müssen ein Profil anlegen und verifizieren (Ausweisdokument, manchmal ein Selfie), und der Empfänger benötigt eine Kontonummer im IBAN-Format.
Apps ukrainischer Banken
PrivatBank, monobank und andere ukrainische Mobile-Banking-Anbieter bieten eigene Optionen für Kartenaufladungen aus dem Ausland oder Card-to-Card-Überweisungen. Für viele Betreuerinnen ist das die bequemste Lösung, weil die Familie in der Ukraine diese Apps meist schon nutzt und den Geldeingang sofort sieht. Es lohnt sich trotzdem, vorher in der App selbst den aktuellen Kurs und das Tageslimit zu prüfen – es kann niedriger sein als bei einer Banküberweisung.
Bargeldtransfers (Western Union, MoneyGram und ähnliche)
Diese Lösung ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Empfänger kein Bankkonto hat oder sofort Bargeld benötigt – das Geld kann oft schon wenige Minuten nach dem Versand an einer Filiale in der Ukraine abgeholt werden. In der Regel ist dies die teuerste der beschriebenen Methoden – sie eignet sich eher für Ausnahmefälle als für die regelmäßige, monatliche Überweisung des Verdienstes.
Vorsicht vor Personen, die über WhatsApp oder Telegram einen „besseren Kurs" anbieten und im Gegenzug Zugangsdaten, PIN-Codes oder eine Überweisung auf eine private Telefonnummer verlangen – das ist ein häufiges Betrugsschema, das gezielt Menschen trifft, die im Ausland arbeiten. Nutzen Sie ausschließlich offizielle Apps aus dem Google Play Store oder App Store.
Wie Sie nicht jeden Monat zu viel zahlen
Bevor Sie eine größere Überweisung veranlassen, vergleichen Sie den aktuellen Kurs bei zwei bis drei Diensten – die Unterschiede ändern sich täglich und können überraschend groß sein. Wenn Sie regelmäßig Geld überweisen, prüfen Sie, ob die jeweilige App eine wiederkehrende Überweisung anbietet – das spart Zeit und senkt manchmal die Gebühr. Bei größeren Summen lohnt es sich, die Überweisungsbestätigungen aufzubewahren: Sollte die Bank nach der Herkunft der Mittel fragen (Standardverfahren bei ungewöhnlich hohen Beträgen, AML-Prüfung), klärt die Historie legaler Einkünfte aus dem Arbeitsvertrag in Deutschland dies vollständig – mehr über den Vertrag selbst und die Formalitäten lesen Sie im Text über die Arbeit in Deutschland. Meiden Sie außerdem inoffizielle, unlizenzierte „Wechselstuben", die einen Kurs außerhalb des Bankensystems gegen Bargeld anbieten – im Problemfall haben Sie keinerlei Schutz oder Beschwerdemöglichkeit.
Eine größere Einmalüberweisung nach Vertragsende
Nach einigen Monaten Arbeit kommt es vor, dass am Ende eines Auftrags eine größere, einmalige Summe nach Hause überwiesen werden muss – etwa die gesamten Ersparnisse vor einem längeren Urlaub in der Ukraine. In diesem Fall lohnt es sich, den Betrag auf zwei bis drei kleinere, zeitlich gestaffelte Überweisungen aufzuteilen (manche Apps haben Tageslimits, nach deren Überschreitung die Transaktion manuell geprüft wird), und Angebote mehrerer Dienste zu vergleichen – bei größeren Summen macht schon ein kleiner Kursunterschied einen realen Unterschied in Hrywnja. Wer Bargeld persönlich über die Grenze bringen möchte, sollte die EU-Vorschrift beachten: Beträge ab 10.000 EUR müssen beim Überschreiten einer EU-Außengrenze angemeldet werden – das gilt auch, wenn eine andere Person das Geld in Ihrem Auftrag transportiert.
Auch das gehört zur Reiseplanung
Die Wahl der Überweisungsmethode wirkt bei der ersten Ausreise wie eine Kleinigkeit, doch bei einer über Monate verteilten Tätigkeit macht der Unterschied bei Kurs und Gebühren einen realen Unterschied dafür, wie viel im Haushaltsbudget ankommt – und das ist einer der Hauptgründe, warum sich eine Tätigkeit in der Seniorenbetreuung in Deutschland überhaupt lohnt. Wenn Sie noch einen seriösen Arbeitgeber suchen, schauen Sie sich die aktuellen Stellenangebote an und lesen Sie, wie der gesamte Rekrutierungsprozess abläuft. Antworten auf weitere praktische Fragen haben wir in den FAQ gesammelt, Erfahrungen von Menschen, die bereits in Deutschland arbeiten, finden Sie in den Erfahrungsberichten unserer Betreuerinnen und Betreuer. Haben Sie weitere Fragen? Schreiben Sie uns – wir helfen gerne weiter.
Ein guter Verdienst ist erst die halbe Miete. Die zweite Hälfte ist dafür zu sorgen, dass so viel wie möglich davon sicher dort ankommt, wo es wirklich gebraucht wird.